Reisevorbereitung & Gepäck

Erste Auszeit: Vorbereitung eines Großprojekts

Eine lange Reise braucht eine etwa genauso lange Vorbereitung. Vor allem, wenn es die erste große Auszeit ist. Der wichtigste Schritt ist der Entschluss. „Legt einfach ein Datum fest!“ so der Rat von Klaus und Claudia, die 16 Jahre lang „Abgefahren“ um die Welt reisten und deren Buch und Diavortrag uns beide schon Jahre vor unserem eigenen Motorradabenteuer inspirierte.

Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt. Lao-tse

Ein Jahr vor Abreise ins erste eMMenreiter-Abenteuer im Mai 2008 begannen wir mit konkreten Vorbereitungen. Wann die Reise losgehen sollte stand für uns schon viel früher fest. Der Zeitpunkt der Abreise richtete sich bei uns vor allem danach, wann wir genug Geld zusammengespart haben würden. Erst nach und nach weihten wir gute Freunde zur emotionalen Unterstützung in unser Vorhaben ein. So gab es kein Zurück mehr. Als der Plan etwas ausgereifter war, erzählten wir endlich auch der Familie, die sich in der Regel die größeren Sorgen macht, von der bevorstehenden Reise.
Wir näherten uns unserem ersten großen Motorradabenteuer behutsam an. Anfangs stöberten wir hier und da in Büchern, Zeitschriften und im Internet. Wir waren Zuschauer von Reisevorträgen, sprachen mit reiseerfahrenen Leuten. An dieser Stelle möchten wir den Besuch eines Horizons Unlimited-Treffens im Frühjahr oder Herbst empfehlen. Die Aufgaben wurden mit der Zeit dann immer konkreter: Beschaffung guter Landkarten für die Routenplanung, Auswahl und Besorgung zweier reisetauglicher Motorräder, Zusammenstellen der Reiseausrüstung, Impfungen und Arztbesuche, Besorgung der Reisepässe und Zolldokumente für die Motorräder (Carnet de Passages), Visabeschaffung für die Hinreise, Enduro- und Erste-Hilfe-Kurs, Klärung der Krankenversicherung, notarielle Vollmachten für den Notfall, Ausstieg aus Firma bzw. Job, Einrichtung einer Internetseite usw. Trotz der großzügigen Vorbereitungszeit konnten wir Stress am Ende kaum vermeiden. Wir haben es dennoch geschafft, fast planmäßig abzureisen.

Die wichtigsten Reiseinfos:
Hier geben wir einige Tipps zum Thema Gesundheit, Visa & Dokumente, Essen & Unterkünfte usw. bezogen auf unsere erste eMMenreiter-Auszeit 2008/2009.


MZ am Strand in Westindien 2009 (c) emmenreiter.deWahl der Reiseroute und des Reisegefährts

Dass wir 2008 auf alten DDR-Motorrädern statt auf modernen Enduros losfuhren und die Route von Europa nach Asien wählten hatte zunächst einen ganz einfachen Grund: Es ersparte uns eine Menge Geld.
Micha hatte ursprünglich Südamerika im Blick. Ich selbst hatte die Idee, einfach vor der Haustür gen Osten loszufahren. Damit entfiel schon mal ein teurer Transport der Fahrzeuge über den großen Teich. Micha grübelte über eine günstige Anschaffung zwei gleicher oder zumindest ähnlicher Reisemotorräder nach. Er erinnerte sich dabei daran, wie er im Alter von vierzehn Jahren vor dem Schaufenster eines MZ-Geschäfts stand und träumend von einem eigenen Motorrad auf die glänzende MZ ETZ 250 starrte. „Wir fahren auf der MZ!“ entschied er. Aha, dachte ich. Natürlich kannte ich dieses Motorrad auch aus meiner Kindheit, aber ich hatte keinerlei persönlichen Bezug dazu. Sollte es technisch machbar sein, gefiel mir der Gedanke aber sofort. Wir schauten gemeinsam auf die Landkarte, was uns bei einer Reise gen Asien erwarten würde. Da ging es durch Wüsten und über Viertausender Berge. Micha telefonierte mit einem pensionierten MZ-Werksmitarbeiter über seine Idee. Dessen Meinung nach hatten wir natürlich genau die richtige Motorrad-Wahl getroffen. Es hatte zwar etwas Zeit und Mühe gekostet, zwei geeignete MZ-Motorräder aufzutreiben und fit für den Himalaja zu machen. Doch dieser Aufwand hatte sich mehr als gelohnt.


Zweite Auszeit: Acht Jahre später gehts wieder los

An Neujahr 2015 legten wir nochmal ein Datum fest: Im April 2016 soll unsere zweite Reise-Auszeit beginnen. In den letzten Jahren stillten wir unser Fernweh in maximal drei oder vier Wochen langen Urlauben. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, in der die Lust auf eine neue Langzeitreise stark genug war, um wieder Nägel mit Köpfen zu machen. Auf der ersten Asienreise ging es nach Indien und Nepal wieder zurück nach Hause – diesmal wollen wir noch tiefer in den größten Kontinent der Erde eintauchen. Unsere Arbeitgeber haben wir gebeten, uns im Rahmen einer Sabbatvereinbarung anderthalb Jahre freizustellen. Zum Glück hat das sogar bei beiden von uns geklappt. Die Wohnung wird möbliert untervermietet, während wir auf den Emmen unterwegs sind.


Packliste für die Langzeitreise

Alukoffer an jeder MZ, (c) emmenreiter.de

Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz. Hermann Löns
Wer seine Abenteuerausrüstung das erste Mal zusammenstellen darf, wird wahrscheinlich Ewigkeiten damit verbringen. Wir hatten vor unserer ersten gemeinsamen Reise nicht wenige Samstage im Outdoor-Laden verbracht und es genossen. Auf dem MZ-Motorrad stehen uns jeweils zwei Alukoffer, eine große Gepäckrolle und ein Tankrucksack als Stauraum zur Verfügung. Je kleiner, leichter und robuster die Dinge sind, desto eher dürfen sie mitreisen.

Diese Gegenstände sind mit uns unterwegs (und ja, teilweise könnten wir darauf verzichten, wenn wir wollten):

  • ein Zelt und ein Minizelt für die Bergwanderung,
  • Therm-A-Rest-Matten und Isomatten aus Evazote-Schaum,
  • Daunenschlafsäcke, Seiden-Inlets und dünnes Bettlaken,
  • Wasserfilter, Campinggeschirr und Mehrstoffkocher,
  • wasserdichte Gefäße für Lebensmittel,
  • Motorradkleidung inkl. Sommer- und Winterhandschuhe,
  • Regenjacke und -hose
  • lange Merino-Unterwäsche,
  • Mütze, Fleecepulli und leichte Daunenjacke,
  • Unterwäsche, ein paar Sommerklamotten, Jeans- und Wanderhose
  • leichtes, großes Tuch (vielseitig einsetzbar)
  • Flipflops und leichte Turnschuhe,
  • dünne Handtücher und Wäscheleine,
  • Moskitonetz,
  • Erste-Hilfe-Set und Reiseapotheke,
  • Waschzeug und Ohrenstöpsel,
  • Fotoapparat,
  • Smartphone inkl. nützlicher Reiseapps
  • Laptop und Tablet,
  • USB-Sticks und SD-Speicherkarten,
  • reißfeste Landkarten (von Reise-Know-How),
  • kleines GPS-Gerät für abgeschiedene Regionen,
  • Stirnlampen,
  • drei oder vier Bücher, die unterwegs ausgetauscht werden,
  • Kartenspiel,
  • Adress- und Notizbuch,
  • Papiere und Zolldokumente,
  • Kreditkarten und etwas Bargeld (US-Dollar),
  • Taschenmesser und kleine Axt,
  • Panzertape, Werkzeug und MZ-Ersatzteile
  • kleiner Rucksack und Umhängetasche

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