Die Fischer von Tarkali

Fischmarkt in Malwan, Indien 2008 (c) emmenreiter.de

Fischmarkt in Malwan, Westindien 2008 © emmenreiter.de

Zurück im Fischerdorf

Die letzen beiden Wochen im Januar haben wir uns noch mal nach Malvan verdrückt. Genauer gesagt in die winzigen Nachbardörfer Tarkarli und Devbag, die sich nebeneinander gereiht direkt an der Küste Maharashtras unter dichten Kokospalmen verstecken. Die Fischerfamilien wohnen in kleinen, pastellfarbenen Häusern mit morbiden Ziegeldächern, umzäunt von wuchernden Kakteen und verhölzerten Palmenblättern. Das Grundwasser aus den großen Rundbrunnen in den sandigen Höfen schmeckt von Zeit zu Zeit nach Salz. Dort, wo die Männer für die Monsunzeit ab Mitte Juni gerade silberglänzende Fischhaufen wie Pilze zum Trocknen in der Sonne auslegen, weht einem der Fischgeruch entgegen. Und es riecht nach Rauch, wenn die Inder kleine Hausmüllhaufen vor sich hinkokeln lassen. Auf der kleinen, asphaltierten Straße, die sich durch die Dörfer schlängelt, knattern wir auf unseren Emmen an geschmückten, kleinen Tempeln und Christenaltare vorbei. Hindus, Christen, Muslime leben völlig selbstverständlich zusammen. Die Fröhlichkeit und Gelassenheit der Menschen, die uns hier begegnen, ist ansteckend.

Rosary Paradise

Mit Andreas, unserem Besuch aus Deutschland, haben wir ein paradiesisches Plätzchen bezogen. Ein richtiges Luxushäuschen direkt am Meer. Tag und Nacht weht eine angenehme Brise. Zur Frühstückszeit springen hin und wieder Delfine über die sanften Morgenwellen. Ein Urlaubsleben wie aus dem Reiseprospekt. Nur ohne Touristen. Wenn wir nicht baden, im Dorf herumtrödeln oder frischen Red Snapper essen, beobachten wir die Fischer von Tarkali und Devbag, wie sie als Mannschaft mit ihren traditionellen Holzbooten aufs Meer hinausrudern und mit vier Kilometer langen Netzen im Schlepptau den Fisch im Halbkreis zur Küste einziehen. Alles mit eigener Körperkraft. Manchmal am Tage, manchmal die ganze Nacht. Nach jedem Fang hieven die zähen Fischer die bis zu zehn Tonnen schweren Boote mit etwa zwanzig Mann am Tau zurück ans Ufer, bevor sie die Beute aus dem Netz sortieren.

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4 Gedanken zu “Die Fischer von Tarkali

  1. Pssssst !!!! Leise!!!!! stört die Beiden nicht – sie erholen sich gerade!!!!!
    Bin dann weg, und leiiiiiissse!!!
    Fränky

  2. Hallo,
    na das sieht ja alles fein aus – Ihr scheint das Leben zu geniesen – und jeden Tag wird man fauler. Also Entspannung pur, geniest das tolle Wetter, bei uns ist es immer noch kalt. Wann wollt Ihr die Rückreise antreten?
    Lasst es Euch noch richtig gut gehen und geniest das Leben!!!
    Einen lieben Gruss
    Fränky

  3. Hurraaaaa, neue Fotos – und nicht nur von großartiger Landschaft, wie ja schon gewohnt, sondern auch wieder vom praktischen Leben.
    Hoffentlich hat der letzte (verstümmelte) Blog-Eintrag keine symbolische Bedeutung.
    Irgendwie scheint euch ja irgendwas erwischt zu haben. Wenn’s Heimweh ist: das ist nicht so schlimm. Das vergeht, sobald ihr wieder hier seid 😉
    Beste Grüße aus Hamburg und großes DAUMENDRÜCKEN für die weiteren Kilometer!
    Martin

  4. Hallo Mitreisende,
    tut uns echt leid, dass wir uns länger nicht gemeldet haben! In unserer kleinen Auszeit vom Abenteuer ist nicht viel Spannendes passiert. Zusammen mit unserem Freund aus Deutschland, der in ein paar Tagen schon wieder heimfliegt, haben wir es eher ruhig angehen lassen. Tiefenentspannung pur. Und trotzdem hat uns in den letzten Tagen alle drei gleichzeitig ein aeusserst hartnäckiges, indisches Magen-Darm-Bakterium flachgelegt. Ein deutsches Dreierlazaret.

    Wir hoffen, Ihr seid alle gesund!!! Lieben Gruss, Micha und Suse

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