Myanmar (Birma): Auf dem Motorrad durch das goldene Land

Myanmar Girls © emmenreiter.de

Schützend und schmückend: Frauen und Kinder in Myanmar reiben ihre Haut mit Thanaka, einer Paste aus Baumrinde, ein. © emmenreiter.de

Wie konnten wir Myanmar erst so spät für uns entdecken! Ende September 2015 flogen wir nach Mandalay, liehen zwei kleine Motorräder und reisten darauf drei Wochen lang durch das goldene Land zwischen Indien und Thailand. Keiner konnte uns vorher sagen, ob Motorrad fahren für Ausländer kompliziert sein würde in Myanmar. Strenge Kontrollen, Verbote und Sperrgebiete schienen immer noch Tagesordnung zu sein. Nicht mal der Verleiher vor Ort hatte eine Ahnung, aber wenigstens war er zuversichtlich. Es kam also auf einen Versuch an.

September 2015. Mandalay. Kleiner Flughafen. Der Berliner Spätsommer ist viele Flugstunden weit weg. Die Luft ist jetzt feucht, heiß und unser Taxifahrer schaltet zum Glück sofort die Klimaanlage ein. Sanft und langsam fährt er die zweispurige Straße entlang, die Mandalay International Airport mit der zweitgrößten Stadt Myanmars verbindet. Auf der Straße an sich ist nicht viel los. Kaum ein anderes Auto, nur wenige Mopeds, kein einziger Ochsenkarren und nicht mal richtige Schlaglöcher. „U-Bein-Bridge“, sagt der Taxifahrer irgendwann und zeigt nach links in die Ferne auf das bei Touristen beliebteste Fotomotiv Mandalays. Die Stadt rückt bald näher und in den relativ ordentlichen Straßen schlängeln sich nicht übermäßig viele Transportfahrzeuge, Autos oder Zweiräder aneinander vorbei. Neugierig gucken wir aus dem Autofenster auf das bunte Schilderchaos an den flachen Häusern mit ihren etlichen Werkstätten und spartanischen Geschäften. Nach einer Dreiviertelstunde im Taxi sind wir in der kleinen 59sten Straße angekommen, wo wir für drei Nächte ein Gästezimmer beziehen, bis es auf Motorradrundreise geht.

Mitten in Mandalay

Mit dem Engländer Tim, der uns zwei seiner Motorräder für den Tripp verleiht, ist es herrlich unkompliziert. Nachdem wir zwei Tage lang testweise durch Mandalay gecruist sind, entscheiden wir uns abenteuerlustig für ein betagtes chinesisches Modell, eine Anbo Hero 125, und die 125er Yamaha. Das Chinamoped kostet 5.000 Kyat Leihgebühr, etwa 3,50 Euro, pro Tag. Dieser Nachbau der Honda Wave wird in Myanmar vom Großteil der Einheimischen gefahren. Das Ding sieht zwar eher aus wie ein Scooter, hat aber ausreichend Power, um auf freier Strecke locker auf 70 oder 80 km/h zu beschleunigen. Geschaltet wird ohne Handkupplung – vier Gänge, die man einfach mit dem Fußhebel von oben nach unten durchschaltet. Tim hatte kürzlich noch neue, aber viel zu straffe Stoßdämpfer einbauen lassen und muss einen Tag vor Abfahrt noch die Kupplung reparieren. Was an dem Teil ist eigentlich noch original? Ein neues Exemplar der Anbo Hero kostet im Verkauf übrigens gerade mal 350 Euro. Das hier die Qualität auf der Strecke bleibt, ist kein Wunder. Tims 125er Yamaha ist ein paar Euro teurer, dafür ein wenig größer, deutlich bequemer, zuverlässiger und dennoch halbwegs unauffällig.
In Mandalay fällt uns die Orientierung noch relativ leicht. Eckpunkt ist das riesige quadratische Palastgelände im Zentrum der Stadt, das vollständig umringt ist von einer hohen Mauer und einem breiten Wassergraben. Von hier aus verlaufen die Straßen wie ein Gitternetz und sind ordentlich durchnummeriert – in burmesischen und arabischen Zahlen. Da die zu tiefst buddhistischen Burmesen auch im Straßenverkehr entspannt und rücksichtsvoll sind, können wir das Motorradfahren selbst in der Großstadt genießen – so haben wir das in Asien noch nicht erlebt. Noch vor wenigen Jahren sollen hauptsächlich Fahrräder das Straßenbild bestimmt haben. Mittlerweile sind viele auf chinesische Klein-Motorräder umgestiegen. Dazwischen sieht man auch einige neue Autos, die vor einem noch neueren Supermarkt anhalten. Noch sind Supermärkte seltene Objekte, doch Myanmar wird unübersehbar auf mehreren Ebenen in ein anderes Zeitalter katapultiert. Die Schleusen für den Wandel sind weit geöffnet. Dabei werden die Menschen begleitet von WLAN und Smartphones, die seit etwa zwei Jahren das Land überschwemmen und für die es im Longhi, dem traditionellen Männerrock, nicht mal eine Tasche gibt.

In den Shan-Bergen

Die Regenzeit ist im Oktober noch nicht zu Ende. Abends und nachts prallen heftige Schauer auf die Stadt. Das saunaähnliche Klima in Mandalay vertreibt uns am dritten Morgen unserer Reise in die kühleren Berge des Shan-Staates. Diese Region im Osten, bevölkert von etwa 4 Millionen Shans und diversen Bergstämmen, nimmt etwa ein Viertel Myanmars ein. Mit einer festgezurrten, wasserdichten Ortliebtasche auf der Sitzbank fahren wir nach Pyin Oo Lwin, von da aus über den Gokteik-Pass mit seinem berühmten Eisenbahn-Viadukt bis in die Kleinstadt Kyaukme – gesprochen: Tschomä. Die große Sehenswürdigkeit hier ist der Ort an sich, der nicht auf der touristischen Landkarte steht. Zusammen mit den Männern im Straßencafè an der Ecke könnten wir stundenlang das Treiben an der kleinen Hauptstraße der Stadt beobachten. Wir fahren umher durch die umliegenden Dörfer, vorbei an riesigen und kleineren Gold-Buddhas, an Schreinen, Klöstern und Pagoden, an sandigen Fußballplätzen und lauten Schulhöfen. Einheimische warnen uns, dabei nicht zu weit in die Rebellengebiete der Berge vorzudringen. Wir spazieren nachmittags den kleinen Basar entlang, fahren zum Sonnenuntergang auf einen der nahen Hügel von Kyaukme und probieren uns danach durch die abendlichen Straßenküchen. Gekrönt wird jeder Tag durch unzählige Lächeln, die uns spontan und bedingungslos zugeworfen werden.
Von Kyaukme aus geht es südwärts durchs Shan-Hochland zum berühmten Inle-See. Da es auf unserer geplanten Route bis nach Nyaung Shwe am See leider keine legale Unterkunft gibt, müssen wir die rund 270 Kilometer an einem Tag zurücklegen. Ausländer dürfen in Myanmar nämlich nur von lizensierten Gasthäusern beherbergt werden. Keiner der Leute kann uns Näheres zum Abschnitt südwärts ab Nawngkhio sagen. Wir planen für den Tripp bis zum See neun bis maximal zehn Stunden ein in der Hoffnung, das die Straße wenig befahren, halbwegs gut in Schuss und nirgends durch das Militär gesperrt ist. Bei Sonnenaufgang um Fünf packen wir die Sachen, tanken noch auf und spüren bald wieder Fahrtwind im Gesicht. Die einmalige Atmosphäre der frühen Morgenstunden fühlt sich so gut an. Das Tageslicht ist noch weich. Hier und da zieht Nebel über die tropischen Hügel und Felder. Die schöne Landschaft erscheint wie eine virtuelle Illusion.
Drei Fahrstunden weiter haben wir einen Pass erreicht und jetzt wird es anstrengend. Von hier bis Kyaukgu ist die schmale Straße stark zerstört und teilweise im Bau. Wir schwitzen, während wir mindestens zwei Stunden lang durch die Berge manövrieren. Da das Tachometer an beiden Mopeds von Anfang an nur noch Attrappe ist und Wegweiser in Myanmar rar sind, können wir unterwegs nur schätzen, wie weit wir vorangekommen sind. Es ist eine ruhige Strecke, teilweise einsam. Genauso mögen wir es. Zum Glück ist die Straße bald wieder glatt. Als wir um halb Eins in Isdaw an einem Shop mit Tanksäule eine Pause einlegen, sind wir müde und unsere Hintern schmerzen. Die Leute hier muntern uns mit ihrem großen Charme und zwei eiskalten Dosen Coca Cola auf. Eine dreiviertel Stunde lang reden und lachen wir zusammen, ohne gemeinsame Sprache. Aufgetankt mit neuer Energie geht es auf zum Endspurt und nach elfeinhalb Stunden auf der Sitzbank kommen wir endlich, endlich am Inle-See an. Keiner der Polizisten oder Soldaten, die auf den letzten Kilometern am Straßenrand vermehrt zu sehen sind, kann uns jetzt aufhalten. Angekommen im kleinen Green Valley Inn in Nyaung Shwe werden wir von der Gastmutter herzlich umsorgt und nach einer wunderbaren Dusche ist die Anstrengung abgewaschen.

Um den Inle-See

Der Inle-See steht bei Myanmar-Reisenden hoch im Kurs. Abgesehen von der schönen Atmosphäre, die ein von Bergen umringter See ausstrahlt, ist das Alltagsleben der Menschen, die mit dem See vereint sind, die eigentliche Attraktion. Im See und an seinem Ufer gibt es mehrere Dörfer mit Tempeln, kleinen Werkstätten und Märkten. Noch ist Nebensaison und nur wenige Touristen lassen sich auf Dieselmotor betriebenen, langen Holzbooten von Nyaung Shwe aus umherfahren. Wir setzen uns eines Morgens aufs Motorrad und fahren etwa 15 Kilometer nach Main-Thawk am östlichen Ufer. Das Dorf erstreckt sich zur Hälfte in den See hinein. Wir heuern hier an einer langen Holzbrücke einen Mann an. Samja, 55 Jahre alt, rudert uns in seinem schmalen Kanu still und gekonnt an den Stelzenhäusern und schwimmenden Tomatenfeldern entlang und auf den glitzernden See hinaus. Dabei raucht er milde Zigarren, die hier handgemacht werden.
Vom Kanu geht`s bald zurück auf unsere Mopeds und wir reisen weiter nach Kalaw. Die kleine Stadt auf 1.350 Metern ist besiedelt von Shan, Pakistanern, Nepalis, Indern und Chinesen. Die bunte Mischung wird noch bunter, wenn alle fünf Tage der große Markt stattfindet und noch andere Volksgruppen aus den umliegenden Bergen hierher kommen. Für uns ist das Markttreiben ein Highlight. Während Micha loszieht und fotografiert, setze ich mich mitten rein, beobachte die unterschiedlichen Gesichter der Leute und wie sie im Gewusel in aller Ruhe nach dem frischesten Obst, Fisch oder Hühnerfleisch, den schönsten Blumen, dem reinsten Speiseöl oder dem schärfsten Chilli Ausschau halten. Während Händler und Käufer weiter ihre Geschäfte machen, ziehen wir uns mit all den Eindrücken in unser Gasthaus zurück, von dem aus wir in die grünen Berge um Kalaw gucken können. Ein langes Gewitter verdunkelt den Nachmittag und wir genießen die Gemütlichkeit, die der Regen verströmt.
Eine dreiviertel Stunde von Kalaw entfernt besuchen wir einen anderen Tag eine private Farm, in dem acht ausgediente Arbeitselefanten der staatlichen Forstwirtschaft behutsam gepflegt werden. In Myanmar sind Arbeitselefanten noch immer weit verbreitet. Das Camp macht auf die Frage nach der umstrittenen Tradition und den Zusammenhang mit dem Problem der zunehmenden Zerstörung der Wälder Myanmars aufmerksam. Dem schonenderen Abtransport der Bäume mit Hilfe der Elefanten steht der rabiate Einsatz moderner Rodungsmaschinen gegenüber. Im Camp holen die Elefantenführer, die Mahouts, ihre Tiere jeden Morgen aus der späten Freiheit des umliegenden Dschungels zur Pflegestation zurück, wo eine limitierte Anzahl von Besuchern bis nachmittags Zeit mit den beeindruckenden Tieren verbringen darf.

Durch das Tempelfeld

Abgekühlt von der Bergluft fahren wir von Kalaw aus Kurve für Kurve für Kurve ins heiße Flachland zurück. Die schmale Straße ist durchweg asphaltiert, wenig befahren und erlaubt uns, während der Fahrt immer wieder einen Blick auf die umliegenden Tee- und Bananenplantagen, Pagoden und Dörfer zu werfen. Auf dem Weg zu den Tempelfeldern um Bagan verbringen wir noch eine Nacht in Meiktila. Wer diese Stadt googelt, findet schnell Nachrichten darüber, dass hier Muslime und Buddhisten vor etwa zwei Jahren heftig aneinander geraten sind – ein Streit auf der Straße, der eskalierte. Auch das ist Teil dieses Vielvölkerlandes. Nach einem kleinen Umweg dank unlesbarer Wegweiser kommen wir gegen vier Uhr nachmittags in Meiktila an. Durch den großen See mitten in der Stadt wirkt der Ort richtig idyllisch. Ein wackeliges Hinterrad reißt Micha allerdings aus seinem Tagtraum. Er muss mit der Anbo Hero mal wieder an einem der winzigen, ölverschmutzten Schrauberhütten anhalten, damit die Jungs das Radlager tauschen können. Die legen sofort Hand an und retten routiniert, was zu retten ist. Das dauert keine halbe Stunde.
Nach einer Hühnersuppe, einem Spaziergang über die befahrbare Seebrücke und dem Besuch des vergoldeten Tempels am See gehen wir wie üblich nicht allzu lange nach Sonnenuntergang ins Bett. Draußen werden jetzt die Straßenhunde aktiv. Wir haben heute keinen einzigen Touristen gesehen. Dafür umso mehr Menschen, die uns lachend und winkend in ihrer Stadt begrüßt haben.
Bis nach Nyaung-U, einem Ort mit mehreren Gasthäusern am Rande der Tempelfelder von Bagan, sind es nur wenige Stunden Fahrt von Meiktila. Auf dem Weg dorthin fahren wir noch am Mount Popa vorbei – ein etwa tausend Meter hoher Vulkanberg, der im ursprünglichen Glauben der Burmesen die Wohnstätte der 37 Schutzgeister des Landes ist. Die sogenannten Nats wurden schon vor Ausbreitung des Buddhismus angebetet und werden noch immer mit Schreinen an Bäumen, Feldern oder im Dorf verehrt. Als wir uns dem Berg nähern ziehen immer dickere Wolken auf. Fast ganz oben angekommen werden wir plötzlich durchnässt von starkem Regen. Wir ziehen die triefenden Jeans aus und schlüpfen in Regenhosen. Der Himmel ist bis zum Horizont von dunkelgrauen Wolken überzogen.
Als wir am späten Nachmittag in Nyaung-U einfahren, scheint wieder die Sonne und schnell ist es schwülheiß. Während wir durch die Dorfstraßen fahren auf der Suche nach einem Hotel mit Klimaanlage fällt an Michas Chinamoped plötzlich das komplette Fußrastengestell ab. Mit der Gewissheit, dass das nachher irgendjemand schnell wieder anschweißen kann, rollen wir auf dem Hotelhof ein. Hier warnt man uns vor Sturm und Regen, der die nächsten beiden Tage erwartet wird. Am nächsten Morgen summt früh um halb Fünf der Wecker des Handys. Wir hoffen, dass die Wettervorhersage unzuverlässig ist und wir einen schönen Sonnenaufgang von einem der tausenden Tempel oder Pagoden erleben können. Es ist stockduster, als wir zusammen auf einem Motorrad ein paar Kilometer außerhalb des Dorfes von der Straße aus nach links in die Tempelfelder einbiegen. Ich finde es gruselig. Der Himmel wechselt jetzt von Schwarz zu Blau und das hohe Gras im Wind und die Silhouetten der alten Tempel wirken bedrohlich. An einer der großen Pagoden angekommen sehen wir andere Touristen, wie sie mit Stirnlampen ausgerüstet bereits die steilen Treppen hinaufklettern. Wir klettern barfuß hinterher, die uralten Steine der Pagode sind ganz kühl. Als wir oben ankommen, bricht zaghaft der Tag an. Leider ziehen schon wieder Wolken auf, die die Morgensonne daran hindern, die Landschaft in ein warmes Licht zu tauchen. Trotzdem ist der Augenblick, in dem die Sicht auf die weiten Tempelfelder frei wird, ein langer Wow-Moment.
Nur noch wenige Tage und wir werden dieses Land verabschieden. Zurück in Mandalay können wir beide Motorräder unversehrt zurückgeben. Noch ein letztes Gewitter, eine letzte Nudelsuppe, ein letzter Spaziergang entlang der 19ten Straße und dann geht es im Taxi zurück zum Flughafen. Myanmar ist ein Traumland für Motorradabenteurer und Asienliebhaber. Wir wollen mehr davon. 2016 kommen wir wieder – dann über Land und auf eigenen Motorrädern.

Fotostrecke: Mit Motorrad durch Myanmar

Motorrad leihen in Myanmar

Anbo Hero

Weit verbreitet in Myanmar: Anbo Hero 125 aus China

In der Stadt Yangon, die viele Reisende als erstes anfliegen, sind Motorräder generell verboten. Daher sind wir direkt in Mandalay gelandet, wo es einige Verleiher gibt. Unsere Motorräder haben wir gemietet bei Tim Gibson (myanmarbikerental.com).
Nachdem wir zwei Tage lang testweise durch Mandalay gecruist sind, entschieden wir uns abenteuerlustig für ein betagtes chinesisches Modell, eine Anbo Hero 125, und eine Yamaha YBR 125. Das Chinamoped kostet pro Tag 5.000 Kyatt Leihgebühr, etwa 3,50 Euro. Dieser Nachbau der Honda Wave wird in Myanmar vom Großteil der Einheimischen gefahren. Das Ding sieht zwar eher aus wie ein Scooter, hat aber ausreichend Power, um auf freier Strecke locker auf 70 oder 80 km/h zu beschleunigen. Geschaltet wird ohne Handkupplung – vier Gänge, die man einfach mit dem Fußhebel von oben nach unten durchschaltet. Tims 125er Yamaha ist ein paar Euro teurer, dafür ein wenig größer, deutlich bequemer, zuverlässiger und dennoch halbwegs unauffällig. Tim hat auch leichte Enduros in der Garage.

Offiziell ist ausländischen Touristen das Motorradfahren ohne besondere Auflagen nicht gestattet. Deutsche und internationale Führerscheine werden von der Polizei nicht anerkannt. Außer einer einzigen Straßenbarriere im Shan-Hochland sind wir allerdings auf unserer Rundreise kein einziges Mal von Uniformierten angehalten worden.

Viele Orte haben eine größere Tankstelle und es werden immer mehr. Nicht mehr lange und die kleinen Regale am Straßenrand, in denen Benzin aus Flaschen verkauft wird, sind aus dem Straßenbild verschwunden. Mit einer Tankfüllung von fünf Litern bei der Anbo Hero fährt man um die 180 Kilometer weit. Wegweiser sind spärlich und fast immer auf Burmesisch. Wir sind mit einer Straßenkarte von Reise-Know-How gefahren. Die eignet sich aufgrund ihres Maßstabes allerdings nicht für Abstecher abseits des Weges. Die von uns bereisten Überlandstraßen waren meistens asphaltiert, in einem sehr passablen Zustand und relativ wenig befahren. In abgelegenen Orten sind die Wege unbefestigt und ihr Zustand der Witterung entsprechend.

In manchen Landesteilen werden immer noch bewaffnete Konflikte zwischen Rebellen und dem Militär ausgetragen. Gesperrte Gebiete bzw. Straßenbarrieren sind daher keine Seltenheit. Hier sollte man sich bei der Routenplanung vorher erkundigen – vor Ort oder über das Auswärtige Amt. Grundsätzlich ist Myanmar jedoch ein sicheres Reiseland und ein Paradies für Motorradabenteurer.

Mit dem eigenen Motorrad durch Myanmar

Mit der MZ in Bagan © emmenreiter.de

Mit der Emme durch Myanmar © emmenreiter.de

Ein Jahr später, im November 2016, sind wir auf unserer langen Asienreise noch einmal durch Myanmar gefahren – diesmal auf eigenen Motorrädern. Das ist nur im Rahmen einer geführten Tour und mit staatlichem Aufpasser möglich. Renommierte Anbieter: Burma Senses oder Osuga Myanmar Travels & Tours. Pro Motorrad/Person muss man mit etwa hundert US-Dollar pro Tag rechnen.

Reisebericht 2016:

Myanmar – Einfach hinterherfahren

 

4 Gedanken zu “Myanmar (Birma): Auf dem Motorrad durch das goldene Land

  1. Hallo Ihr beide,
    Bin weiter gespannt auf Eure Berichte, ich bekomme immer wieder Lust, sofort los zu fahren. Ich wünsche Euch eine schöne Vorweihnachtszeit. Ich bin z.zt. Im weihnachtlichen Berlin bei unserer Enkelin.
    Bis bald mal wieder , alles Gute
    Peter

  2. Moin Moin an euch zwei!!
    Ja toll euren Bericht zu lesen, es kommen warscheinlich die wenigsten darauf sich in Myanmar ein Motorrad zu mieten- geschweigedenn dort hin zu fahren auf zwei Emmen- aber so kommen die Abenteuerhungrigen mit-leser zu euren tollen Berichten aus dieser schönen Gegen der Welt. Grüße von Tilo aus Husum- Nordfriesland

  3. Hallo Romeo, danke!!! Wir mögen Eure Seite auch! Schön, vielseitig und mit viel Energie und Liebe gemacht. Das sieht und liest man! Nicht aufhören 🙂

  4. Hallo ihr zwei,
    eure Fotos sind echt genial! Vor euch haben wahrscheinlich noch nicht viele Touristen ein Motorrad gemietet 😉
    Liebe Grüße!

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